Esprit Offenlegungserklärung 
Transparency in Supply Chains Act (Kalifornien) und Anti-Slavery Act (GB) 2015 

Esprit strebt nach der Erfüllung höchster ethischer, sozialer und ökologischer Standards. Dieses Grundprinzip steht hinter Esprits Wertvorstellungen und ist im Verhaltenskodex des Unternehmens festgeschrieben. Esprit wendet die Verhaltensrichtlinien über die gesamte Lieferkette hinweg an und stellt detaillierte schriftliche Unterlagen zu deren Umsetzung zur Verfügung. Als internationale Marke mit Vertretungen in vielen Ländern erstreckt sich die Lieferkette von Esprit über ein breites geographisches Feld. 

In der Bekleidungsindustrie besteht das größte Risiko im Menschenhandel zum Zweck der Zwangsarbeit und Kinderarbeit. Esprit hat jedoch erkannt, dass auch andere Formen des Menschenhandels unter außergewöhnlichen Umständen vorkommen können. Esprits Verhaltenskodex legt Standards fest, die vor jeder Form der Zwangs- und Kinderarbeit schützen sollen und insbesondere Zwangsarbeit, Leibeigenschaft, Arbeitsverpflichtung, Zahlung von Kautionen und Sicherheiten und die Einbehaltung der Dokumente der Arbeiter verbieten. 

Zum Zeitpunkt dieser Veröffentlichung verfügt Esprit nicht über gesonderte Richtlinien zum Menschenhandel, betrachtet diesen jedoch als Unterkategorie der Zwangsarbeit. Menschenhandel wird neben der Behandlung im Standard für Freiwillige Arbeit von Esprit auch im Rahmen des Standards zur Einhaltung rechtlicher Richtlinien als "illegale Aktivität" betrachtet und diesem Thema wird bei eventueller Feststellung auch mit einem Null-Toleranz-Ansatz begegnet. Darüber hinaus ist Esprit Mitglied bei Amfori (früher: Business Social Compliance Initiaitive [BSCI]) und die Regeln von Amfori verbieten insbesondere Menschenhandel und Zwangsarbeit. Esprit plant für 2017 weitere spezifische Betrachtungen und Richtlinien zum Thema Menschenhandel in seinem Verhaltenskatalog. 

Esprit hat erkannt, dass in der Bekleidungsindustrie das grundlegende Risiko der Zwangsarbeit mit dem Einsatz von Wanderarbeitern aus dem Ausland einhergeht, bei der Arbeiter aus einem Land für einen festgelegten Zeitraum zur Arbeit in einem anderen Land eingestellt werden. Dies geschieht meist über eine oder mehrere Arbeitsvermittlungen oder Kontakte. Das Problem ist komplex und systemisch und lässt sich auf das hochgradig korrupte und bewusst undurchsichtige Rekrutierungssystem über Landesgrenzen hinweg zurückführen. Aus unserer Sicht reicht der Einfluss eines Unternehmens, das unabhängig agiert, nicht aus, um dieses Problem auf eine Weise zu bekämpfen, die einen signifikanten Unterschied machen würde. Esprit arbeitet nicht mit Betrieben zusammen, die ausländische Wanderarbeiter beschäftigen, und versucht stattdessen Arbeitsstellen in den Heimatländern der Arbeiter zu schaffen, indem die Produkte direkt dort hergestellt werden.

Sollte Esprit bei einem Zulieferer auf einen beschäftigten Wanderarbeiter stoßen, gelten jedoch strenge Richtlinien zur Behandlung und zum Schutz dieser Wanderarbeiter, einschließlich der Anforderung, dass der Arbeitgeber/Lieferant ALLE Kosten im Zusammenhang mit deren Anstellung tragen muss, sowie dass der Ausgleich dieser Kosten über Lohnabzüge, Kautionen, übermäßige Zahlungen für Unterkunft und andere vom Arbeitgeber geleisteten Dienste und/oder jegliche andere Mittel verboten ist.

Überprüfung 

Esprits Verhaltenskodex leitet Esprit Mitarbeiter und Geschäftspartner bei allen Maßnahmen und Entscheidungen und wird auf allen Ebenen der Lieferkette angewandt. Das Unternehmen sucht nach Lieferanten, die bereit sind, sich für Verbesserungen einzusetzen, keine schwerwiegenden Verletzungen dieses Kodex aufweisen und sich vollständig für die Lösung der Probleme einsetzen, denen der Verhaltenskodex entgegenzuwirken versucht.

100 % von Esprits Lieferanten erster Stufe (Direktzulieferer) werden vor der Abgabe von Bestellungen überprüft. Die Lieferanten haften vollständig für die Einhaltung des Verhaltenskodex durch ihre untergeordneten Lieferanten. Als zusätzliche Kontrollmaßnahme müssen alle Sub-Unternehmer und Materiallieferanten im Vorfeld schriftlich von Esprit genehmigt werden. Diese Maßnahme steigert die Transparenz des Unternehmens im Bezug auf Arbeitsbedingungen auf allen Ebenen der Lieferkette unterhalb von Stufe 1.

Esprit prüft aktuell nicht spezifisch auf in seiner Lieferkette eingesetzte ausländische Wanderarbeiter, da bestehende Vorschriften das Risiko der Anstellung von Arbeitern durch Arbeitsvermittler über Landesgrenzen hinweg unbedeutend gering halten und im Fall einer eventuellen Aufdeckung solcher Fälle sofort gehandelt werden kann. 

Auditierung von Lieferanten 

Esprits Audit Programm zu seinem Verhaltenskodex schließt gleichermaßen Audits und Unterstützung bei der Problembeseitigung ein. Das Unternehmen verlässt sich bei der Umsetzung des Audit Programms zu seinem Verhaltenskodex auf seine Mitgliedschaft bei Amfori (vormals Business Social Compliance Initiative [BSCI]). Die Teilnahme an branchenweiten Programmen hilft, eine Dopplung zu vermeiden und erhöht durch die gemeinschaftliche Nutzung von Informationen seitens der teilnehmenden Unternehmen die Wirkung arbeitsrechtlicher und sozialer Auditbemühungen. Esprit führt darüber hinaus zur Unterstützung dieser externen Programme auch eigene Audits durch.  

Die Audits unter Amfori werden von Drittunternehmen durchgeführt. Esprits Social Compliance Team arbeitet eng mit ernannten Auditoren zusammen, um das Verständnis der Esprit- und Amfori-Verhaltenskodizes zu gewährleisten sowie die Sammlung von Informationen zu standardisieren und zu maximieren. Die Auditmethodik umfasst die Prüfung interner Managementsysteme (einschließlich einer Befragung des Managements sowie Dokumentenprüfung) und die Befragung von Mitarbeitern. 

Esprits weltweit agierende Abteilung für Nachhaltigkeit in den Bereichen Umwelt und Soziales überwacht Gegenmaßnahmen direkt nach dem Abschluss von Audits im gleichen Maß wie andere Bemühungen zur Unterstützung von Lieferanten bei der kontinuierlichen Verbesserung hinsichtlich der Umsetzung des Verhaltenskodex.

Audits aktiver Lieferanten werden jährlich durchgeführt. Zwischen Juli 2014 und Juni 2015 wurden z. B. 531 Esprit Lieferanten (oder 95 % aller Lieferantenbetriebe) einem Audit unterzogen. Die Mehrheit dieser Audits wird teilweise angekündigt, sodass die Manager der entsprechenden Betriebe darüber Bescheid wissen, dass innerhalb eines Monats ein Audit durchgeführt werden wird. Esprit behält sich jedoch das Recht vor, unangekündigte Audits durchzuführen, sofern diese erforderlich erscheinen.

Zertifizierung 

Alle Esprit Lieferanten müssen Kenntnisse über soziale Richtlinien und ein Bewusstsein darüber nachweisen, in welchen Bereichen sie Defizite aufweisen, bevor sie in die Gruppe der aktiven Lieferanten aufgenommen werden. Eine Fabrik oder ein Lieferant, der mit Esprit zusammenarbeiten möchte, muss einen aktuellen Amfori Auditbericht mit einer Bewertung von A, B oder C, einen aktuellen Better Work Auditbericht samt einem Plan mit Gegenmaßnahmen, oder andere ausgewählte Berichte aufweisen, die Esprit je nach Fall unter Umständen akzeptiert. Sobald ein Lieferant als aktiver Lieferant akzeptiert wurde, er aber noch keinen Amfori Auditbericht aufweisen kann, muss dieser innerhalb eines festgelegten Zeitraums nachgereicht werden.

Interne Rechenschaftspflicht 

Esprit versucht im Allgemeinen, mit den Lieferanten zusammenzuarbeiten, um identifizierte Probleme im Anschluss an Audits zu beheben. Schlagen die Gegenmaßnahmen jedoch fehl oder ist ein Problem außergewöhnlich ernst oder wird als nicht lösbar betrachtet, kann Esprit entsprechende Maßnahmen ergreifen, die bis zu einer Einstellung und/oder Kündigung der Geschäftsbeziehung mit einem Lieferanten reichen können. "Menschenhandel" ist eine "illegale Aktivität", der Esprit mit einer Null-Toleranz-Politik begegnet und die Grund für eine sofortige Beendigung der Geschäfte bei Abwicklung entsprechender Prozesse zum Schutz und der Entschädigung der Opfer ist. 

Esprit ermutigt seine Mitarbeiter, Geschäftspartner und Lieferanten zur Meldung von Problemen/der Nichteinhaltung von Verhaltensregeln im Rahmen eines vertraulichen Beschwerdevorgangs. Das Unternehmen verpflichtet sich, alle Meldungen auszuwerten und Gegenmaßnahmen zu ergreifen, wenn eine Nichteinhaltung vorliegt. Die Richtlinien zur Umsetzung des Verhaltenskodex erfordern von den Lieferanten die Einrichtung effektiver Beschwerdemechanismen mit mehreren Kanälen, die Arbeiter vertraulich nutzen können, um eine Nichteinhaltung von Regeln des Verhaltenskodex zu melden.

Schulung 

Esprit hält jährliche Gipfeltreffen mit seinen Lieferanten ab, um den konstanten Dialog mit Partnern entlang der Lieferkette sicherzustellen und zu gewährleisten, dass die Erwartungen des Unternehmens erfüllt werden. 

Esprit veröffentlichte zur Ausstattung seiner Mitarbeiter, Geschäftspartner und Lieferanten mit ausreichend Wissen zum Verhaltenskodex des Unternehmens, sowie insbesondere zu den Anforderungen hinsichtlich Freiwilliger Arbeit und dem Kinderarbeitsverbot, ein Handbuch zum Thema Social Compliance, das die Standards des Unternehmens erklärt und Anleitung zu akzeptierten Praktiken für jeden Standard/jede Anforderung bietet.